Home Development Attribute Rules (Teil 3): Validierungsregeln in ArcGIS Pro

Attribute Rules (Teil 3): Validierungsregeln in ArcGIS Pro

by Jochen Manegold

Welche Voraussetzungen gibt es für Validierungsregeln und wie definiert man die Regeln? Im letzten Teil dieser Blogserie zeigen wir Ihnen die Validierungsregeln in ArcGIS Pro und wie Sie Ihre Arbeit und die Qualität Ihrer Daten damit verbessern können.

Die in den vorangegangenen Blogs beschriebenen Regeln wurden alle durch einen Trigger ausgelöst: mit dem Einfügen, dem Aktualisieren oder durch das Löschen eines Objekts wurden Feldwerte sofort berechnet oder auf ihre Gültigkeit hin überprüft.

Sofortige versus zurückgestellte Auswertung

Die Berechnungen bzw. die Überprüfungen finden statt, ob man das will oder nicht und Ausnahmen sind nicht vorgesehen – außer man deaktiviert einzelne Regeln für eine gewisse Zeit. Darin unterscheiden sich diese Regeln fundamental von den Regeln, über die ich in diesem Beitrag berichten möchte: Validierungsregeln – und die Batch-Berechnungsregeln – werden gezielt durch den Bearbeitenden ausgeführt, und zwar nicht nur für ein einzelnes Objekt, sondern für eine ganze Objektgruppe. Fehlerhafte Objekte bleiben erhalten und können anschließend mit Hilfe des Fehler-Inspektors analysiert und korrigiert werden – oder bleiben unverändert als Ausnahme bestehen.

Validierungsregeln und Batch-Berechnungen

Betrachtet man den operativen Teil dieser Regel – also den Arcade -Ausdruck – dann gibt es keinen Unterschied zu den Beschränkungsregeln: ein Ausdruck, der als Ergebnis den Wert „wahr“ oder „falsch“ zurück liefert. Will der Bearbeitende mit dieser Regel eine falsche Eingabe von vorneherein verhindern, wäre dafür die Beschränkungsregel geeignet – hat aber auch den Nachteil, dass die Ausführung des Ausdrucks bei jeder Bearbeitung stattfindet und eventuell dadurch mehr Zeit in Anspruch genommen wird und den Arbeitsprozess unter Umständen behindert. Validierungsregeln sind also dann besser geeignet, wenn ein nachgelagerter Qualitätssicherungsprozess vorgesehen ist.

Gleiches gilt für die Regeln für Batch-Berechnungen. Wenn die Berechnung für die eigentliche manuelle Bearbeitung nicht erforderlich ist, kann diese auch zusammen mit den Validierungsregeln nachträglich zum Einsatz kommen.

Voraussetzungen für die Anwendung von Validierungsregeln und Batch-Berechnungen

Ein paar Voraussetzungen für den Einsatz von Validierungsregeln und der Batch-Berechnung müssen erfüllt sein:

  • Unterstützt werden nur Point-, Line- und Polygon-Feature-Classes oder Tabellen in einer File- oder Enterprise Geodatabase.
  • Editor-Tracking muss für die Feature-Class oder Tabelle aktiviert sein.
  • Die Geodatabase-Verbindungseigenschaften für Daten in einer Enterprise Geodatabase muss auf Verzweigung festgelegt sein.

Validierungsregeln definieren

Im Gegensatz zu den Ad-hoc-Regeln werden bei der Definition von Validierungsregeln im Workspace der Feature-Class sogenannte Geodatabase-Fehler-Tabellen angelegt, um die bei der Validierung festgestellten Fehler zu dokumentieren und zu speichern.

Abbildung 1: Geodatabase-Fehler-Tabellen

Daten mit Validierungsregeln prüfen – mit Hilfe des Fehler-Inspektors

Zur Prüfung mit Hilfe des Fehler-Inspektors werden die Daten in ArcGIS Pro in eine Karte geladen. Mit der Funktion Fehler-Layer hinzufügen wird der Fehler-Inspektor aktiviert und ein Gruppen-Layer (Layer mit Validierungsfehler) der Karte hinzugefügt.

Abbildung 2: Fehler-Layer der Karte hinzufügen
Abbildung 3: Karte zur Bearbeitung der Validierungsfehler

Über das Menüband Bearbeiten kann der Fehler-Inspektor geöffnet werden.

Abbildung 4: Button Fehler-Inspektor

Mit Hilfe des Fehler-Inspektors können so alle Objekte im aktuellen Kartenausschnitt überprüft werden.

Abbildung 5: Fehler-Inspektor-Bereich in ArcGIS Pro

Die im Inspektor angezeigten Objekte werden anschließend mit den Editier-Tools in ArcGIS Pro korrigiert, oder im Fehler-Inspektor als Ausnahme deklariert.

Zum Abschluss der Bearbeitung wird erneut die Überprüfung durchgeführt.

Daten mit Validierungsregeln prüfen – mit Hilfe des Geoverarbeitungswerkzeuges

Die Überprüfung größerer Datenmengen kann auch mit Hilfe des Geoverarbeitungswerkzeuges Regeln auswerten erfolgen. Die Bearbeitung der Fehler kann so zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Abbildung 6: Regeln auswerten

Das Werkzeug kann sofort oder nach einem Zeitplan ausgeführt werden. Mit der planmäßigen Ausführung kann eine länger dauernde Überprüfung auf beispielsweise nächtliche Ruhezeiten verlagert werden.

Abbildung 7: Regeln auswerten

Damit sind wir am Ende der Validierungsregeln in ArcGIS Pro und unserer 3 teiligen Serie. Sie haben Teil 1 und 2 verpasst? Hier geht es zu 
Attribute Rules (Teil 1): Berechnungsregeln in ArcGIS Pro und
Attribute Rules (Teil 2): Beschränkungsregeln in ArcGIS Pro.

Weitere Blogbeiträge zum Thema

ArcGIS Pro: Attributregeln in der Geodatabase

Fehler-Inspektor in ArcGIS Pro

Datenmanagement in ArcGIS Pro

You may also like